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Jonaja
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Bericht Implantattausch nach Kapselfibrose

So, ich habe zwar im anderen Thread schon einiges geschrieben, aber ich dachte vielleicht interessiert euch ja auch ein ausführlicher Bericht.

Also, ich musste morgens um halb acht in der Klinik sein. Ich war als erste auf dem OP-Plan (von übrigens drei OPs, zwei mit Übernachtung und eine ambulant).
Einen Tag vorher war ich recht nervös, aber am OP-Tag selber ging es dann eigentlich ganz gut.
Ich bin also angekommen und wurde nett empfangen und auf mein Zimmer begleitet. Dort durfte ich mich schonmal umziehen und die Narkoseärztin kam um nochmal Fragen zu klären und diese Aufklärungsliste durchzugehen.
Umgezogen kam dann auch Dr Pullmann und hat noch ein paar Striche gemalt und dann ging es um acht auch schon in den op.
Die Ärztin verkabelte mich, dann gab es die Braunüle und die erste Spritze und kurz danach war ich auch schon im Tal der Träume. Hier klingt das jetzt sehr schnell, aber mir war wichtig, dass ich jeden Schritt erklärt bekommen habe, und dass ich wusste, dass es jetzt die eigentliche Narkose gibt. Beim ersten Mal fühlte ich mich da sehr überrumpelt (Nadel, Fingerclip, "jetzt gehts los" und zack). Ich hatte damals nicht damit gerechnet dass es so schnell geht und war sehr verwirrt als ich aufgewacht bin, was ich auch darauf schiebe.
Dieses Mal war es eben anders und die Aufwachphase, zumindest das was ich noch weiss, lief viel ruhiger ab. Ich kann mich erinnern dass mir sehr kalt war und ich gezittert habe, dagegen habe ich ein Mittel und eine Heizdecke bekommen, und dann habe ich erstmal weiter geschlafen.
Schmerzen hatte ich da noch keine.
Irgendwann kam dann auch Dr Pullmann und erzählte, dass es etwas schneller ging als geplant und dass alles gut gelaufen sei. Es sehr gut aus und er habe links 275 und rechts 300 eingesetzt, da er dort etwas mehr Gewebe wegen der Kapsel entfernen musste und ihm die Seite dadurch etwas kleiner vorkam.
Und dass er vorsichtshalber Drainagen gesetzt hat (macht er normal nicht) :-/

Später durfte ich dann auch Fotos von den Kapseln sehen. Links sah in etwa aus wie die Haut eines Luftballons, der aufgeblasen und dann geplatzt ist, und rechts ähnlich, aber lederhafter. Also man konnte schon einen Unterschied sehen, auch als Laie.

Bis ich voll wach war kam regelmäßig eine Schwester um nach mir zu schauen, und auch die beiden Ärzte kamen nochmal.
Irgendwann gabs dann auch die erste Schmerztablette.
Ab da wurden die schmerzen dann stärker und schön war der erste Tag nicht unbedingt. Gegen abends kamen dann auch die berüchtigten Rückenschmerzen dazu. die Nacht war dennoch halbwegs ok, ich konnte zweimal gut dreieinhalb Stunden am Stück schlafen und dazwischen habe ich nochmal eine Tablette genommen. Problem ist einfach, tut es vorne nicht weh hat man rücken, und umgekehrt...

Am nächsten morgen kam dann Dr Pullmann wieder vorbei, und die Drainagen wurden gezogen. Davor hatte ich ja schon schiss... zumal er vorher noch auf den Brüsten rumgedrückt hat, um die freie Flüssigkeit noch rauszukriegen. Insgesamt hatte ich auf beiden Seiten so ca 70ml geschätzt, wobei der Großteil davon schon relativ bald nach der Operation da war, und über Nacht nur noch sehr wenig tröpfchenweise nachgeflossen ist.
Das Ziehen selber ging, links war es kurz unangenehm, rechts tat es etwas mehr weh. Aber wirklich viel weniger schlimm als befürchtet. Und es ist ja doch ein ganzes Stück was da rausgezogen wird...
Danach durfte ich nach Hause. Das hat mir dann auch gut getan, ein vernünftiges Sofa und nicht mehr ständig liegen hat vor allem meinem Rücken geholfen.

Abends hatte ich gestern nochmal kurz einen Tiefpunkt. Als ich ins Bett wollte habe ich schon auf dem Weg ins Bad sehr gefroren und bekam dann nochmal ordentlich Schüttelfrost, was durch das Zittern nicht grade angenehm war, und gefühlt den Muskelkater zu heute nochmal verstärkt hat.

Die Schmerzen heute sind erträglich, ich bin aber auch nicht sparsam mit Schmerzmitteln (ich nehme sonst eher selten was, daher kann ich mir das "gönnen" Wink )
Auf jeden Fall bin ich froh dass ich es rum habe und dass meine Eltern momentan da sind, um mit den Kindern zu helfen. jetzt habe ich noch drei Wochen Zeit zum erholen, dann geht es wieder zur Arbeit.

fee
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Liebe Jonaja, vielen lieben Dank für diesen tollen OP-Bericht. Ich habe beim Lesen so richtig mit dir mitfühlen können und kann auch - glaube ich - jetzt noch gut nachfühlen, wie du dich wahrscheinlich fühlst. Auch an das Frieren kann ich mich noch erinnern und leider auch an die Rückenschmerzen. Ich hatte das Gefühl, dass Wärme meinem Rücken gut getan hat und hatte deshalb einige Tage nach der OP angefangen mit zwei dicken Bettdecken zu schlafen. Das hat meinem Rücken - wahrscheinlich durch die Entspannung - gut getan und die Rückenschmerzen wurden etwas weniger. Vielleicht hilft das bei dir ja auch.

Ich wünsche dir auf jeden Fall einen guten und schnellen Heilungsverlauf und drücke die Daumen, dass die Schmerzen ganz schnell verschwinden.

Liebe Grüße
Fee

Steffi90
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So jetzt habe ich mir auch mal deinen Bericht durchgelesen und das liest sich doch recht positiv. Ich glaube der Schüttelfrost kommt noch von der Narkose. Das hatte mir der Anästhesist noch erzählt.

Hat man dir gesagt wie lange du die Schmerzmittel einnehmen sollst bzw wie lange es dauert bis du schmerzfrei bist?

Das mit den Kindern ist bei mir auch so. Mein Mann macht jetzt alles. Ohne Helfer würde nichts gehen.

Ich hoffe es geht dir bald besser!

Sause
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Liebe Jonaja,

danke für deinen tollen Bericht. Diese Rückenschmerzen fand ich gemein, als hätte man mit den Schmerzen an der Brust nicht schon genug zu tun.

Wie kommst du den hoch aus dem Bett? Ich fand das gar nicht so einfach, mich aus der Rückenposition hochzurichten und bin eher wie so ein Käfer halb aus dem Bett gerollt.

Es fiel mir damals auf, für wie viele Tätigkeiten, die Brustmuskeln beansprucht werden.

Das schöne ist, es geht jeden Tag auwärts. Laughing out loud

Wie sieht es mit Duschen aus? Nimmst du den Kompressions-BH dafür ab?

Jonaja
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Das schlafen ist momentan auch noch das schwierigste. Ich bin normal kein rückenschläfer und das macht es nicht einfacher. Aber es geht halbwegs. Wir haben ein Wasserbett und so kann ich zumindest ab der Hüfte dann etwas schief liegen. Aber ich wach trotzdem noch so zwei dreimal auf und muss mich mal kurz hinsetzen.
Aufstehen geht, ich versuch mich halt nicht mit den Armen abzustützen. Aber elegant siehts wohl eher nicht aus Wink
Gefühlt sind morgens die Schmerzen auch am schlimmsten.

Duschen gehe ich momentan noch gar nicht. Haare wasche ich über der Badewanne, das geht relativ gut auch ohne die Arme zu weit nach oben zu nehmen und sonst halt nur Katzenwäsche...

Donnerstag habe ich den ersten kontrolltermin, dann wird ausgepackt Smile
Ich hoffe den Narben geht's gut, grade da wo die Schläuche drin waren. Aber am Verband ist nichts zu sehen, also Blüten tut es jedenfalls nirgends.

Sause
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Die Narben von den Drainagen brauchen etwas länger bis sie verblassen. Nach 1 Jahr hat man sie gar nicht mehr gesehen.

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