Brustvergrößerung
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Brustvergrößerung

Eine Operation zur Brustvergrößerung mit Brust-Implantaten kann helfen, wenn die eigene Brust zum Beispiel nach Schwangerschaften und Stillzeiten, nach großer Gewichtsabnahme oder aus anderen persönlichen Gründen als zu klein und nicht zum eigenen Körper passend empfunden wird.

In der Info-Box auf dieser Seite findet man die wichtigsten Daten und Fakten zur Brustvergrößerung im Überblick. Außerdem werden die verschiedenen OP-Techniken zur Brustvergrößerung erläutert, und es gibt Informationen zu den möglichen Risiken und den Kosten einer Brustvergrößerung.

Alle Fragen zum Thema Brustvergrößerung und zu anderen Themen der Plastischen Chirurgie können auch im Expertenrat für Plastische Chirurgie gestellt werden, wo diese von kompetenten Plastischen Chirurgen beantwortet werden: Expertenrat Plastische Chirurgie

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Bezeichnungen, Fachbegriffe

  • Brustvergrößerung, Mamma-Augmentation 

OP Dauer

  • ca 1- 2 ½ Stunden

OP-Methoden

  • Implantatlage über Brustmuskel, teilweise unter Brustmuskel oder unter allen Brustmuskeln
  • Zugangsweg über die Brustumschlagfalte, über den Brustwarzenvorhof oder die Achsel 

Narkose

  • i.d.R. Vollnarkose

Klinikaufenthalt

  • stationär mit i.d.R. einer Übernachtung, selten ambulant

Nach der OP

  • Tapeverband für ca 1-2 Wochen, Sport-BH und/oder Stuttgarter Gürtel ca 6 Wochen
  • Arbeitsfähig nach ca 1-3 Wochen, bei schweren körperlichen Tätigkeiten nach ca 4-6 Wochen
  • Fädenziehen ca 10-14 Tagen nach OP, anschließend auch Duschen wieder möglich
  • Sonnenbaden, Solarium, Sauna frühestens ca 4-6 Wochen nach OP (bis zur kompletten Abheilung der Narben sollte aber direkte Sonnen- oder Solarium-Einstrahlung durch Abdecken der Narben vermieden werden)

Die verschiedenen OP-Techniken einer Brustvergrößerung unterscheiden sich vor allem nach der Implantatlage und nach dem Zugangsweg.

Implantatlage über Brustmuskel (subglandulär):

Bei einer subglandulären Implantatlage wird das Brustimplantat auf dem Brustmuskel direkt unter der Brustdrüse platziert. Diese OP-Technik kommt vor allem dann infrage, wenn genügend Eigengewebe zur Abdeckung der Implantate vorhanden ist . Bei nur sehr wenig Eigengewebe wären sonst  die Implantatränder deutlich sicht- und spürbar. Auch ein eventuelles Rippling (Faltenwurf der Implantate) wäre bei wenig Eigengewebe und einer Implantatlage über Brustmuskel stärker zu sehen und zu spüren.

Bei einer subglandulären Brustvergrößerung ist außerdem darauf zu achten, dass der eigene Hautmantel eine gewisse Festigkeit hat, und die Brustimplantate nicht zu groß und zu schwer sind. Ist der Hautmantel zu weich und sind die Brustimplantate zu groß, kann es sonst schnell zu einer unschönen Hängebrust kommen. 

Implantatlage unter Brustmuskel (submuskulär):

Bei wenig Eigengewebe und auch bei größeren Implantaten und weichem Hautmantel wird normalerweise die Implantatlage unter Brustmuskel empfohlen. 

Die Implantate können dabei entweder unter alle vier Brustmuskel platziert werden (komplett submuskulär) oder teilweise submuskulär unter dem großen Brustmuskel pectoralis major nach der Dual Plane Technik. 

Die Vorteile der komplett oder teilweise submuskulären Lage liegen in der Abdeckung der Brustimplantate durch den Brustmuskel und dem Halt, den die Muskel den Implantaten geben können.

Nur sehr selten durchgeführt und eher umstritten ist die sogenannte subfasziale Brustvergrößerung, bei der die Brustimplantate auf den Brustmuskel unter die Muskelfaszie (Muskelhaut) gelegt werden.

Als Zugangsweg für eine Brustvergrößerung kommen der Zugang über die Brustfalte, über den Brustwarzenhof oder über die Achsel infrage. 

Zugang über die Brustfalte (submammamär):

Der Zugang über die Brustfalte, bei der die Narbe in der Brustumschlagsfalte liegt,  ist für den Operateur der einfachste Zugangsweg. Frauen ohne Brustumschlagsfalte sollten allerdings daran denken, dass die Narbe dann deutlich sichtbar sein kann.

Zugang über den Brustwarzenhof (periaerolär): 

Bei dem periaerolären Zugang werden die Brustimplantate über einen halbkreisförmigen Schnitt am unteren Rand des Brustwarzenhofs eingebracht. Auch hier hat der Arzt eine relativ gute Sicht auf das OP-Gebiet, und aufgrund der oft fast unsichtbaren Narben kann der Zugang über den Brustwarzenhof vor allem für Frauen ohne Brustumschlagfalte eine gute Alternative zum Brustfaltenschnitt sein. Allerdings ist dieser Zugang für Frauen mit sehr kleinem Brustwarzenhof und für sehr große Implantate nicht geeignet. 

Zugang über die Achsel (axiliär):

Der Vorteil des Achselschnitts liegt darin, dass keine sichtbaren Narben im Bereich der Brust entstehen. Allerdings sollte bedacht werden, dass der Zugang über die Achsel einen relativ langen Weg für das einzubringende Implantat bedeutet, und dass der Operateur ohne direkte Sicht auf das OP-Gebiet operiert. Deshalb wird bei einer axiliären Brustvergrößerung oft endoskopisch operiert. 

Welche der verschiedenen OP-Techniken für eine geplante Brustvergrößerung bei der eigenen Ausgangslage und den individuellen Wunschvorstellungen infrage kommen, sollte mit dem Chirurgen in einem persönlichen Beratungsgespräch ausführlich besprochen werden. Im Zweifel kann es auch helfen, in mehreren Beratungsgesprächen noch weitere Meinungen einzuholen.

Wie jeder operative Eingriff ist auch eine chirurgische Brustvergrößerung mit gewissen Risiken verbunden.  Es gibt dabei allgemeine OP-Risiken wie z.B. Narkose-Risiken, Infektionen und Wundheilungsstörungen, aber auch spezielle nur im Zusammenhang mit einer Brustvergrößerung auftretende Risiken. 

Dazu gehört vor allem die sogenannte Kapselfibrose, bei der sich die  um das Implantat gebildete Kapsel verdickt und verhärtet. Die Kapselfibrose wird nach der Baker-Skala in vier Stufen unterschieden. Bei den Kapselfibrosen Stufe I und II handelt es sich um leichte Verhärtungen mit keinen oder nur geringen Schmerzen. Dieser Grad der Kapselfibrose muss normalerweise nicht korrigiert werden. Erst eine Kapselfibrose in der Stufe III oder IV, bei der es deutliche Verhärtungen, Schmerzen und sichtbare Verformungen der Brust gibt, sollte operativ behandelt werden:

  • Bakerstufe 1 – leicht verhärtete Brust, meistens ohne Schmerzen

  • Bakerstufe 2 – leichte bis mittlere Verhärtung und Spannungen der Brust, leichte Schmerzen sind möglich

  • Bakerstufe 3 – starke Verhärtung und Spannungen, das Implantat wird von der Kapsel zusammengepresst, leichte Deformitäten der Brust,  häufig mit Schmerzen verbunden

  • Bakerstufe 4 – sehr starke Verhärtungen und Spannungen verursachen starke Schmerzen, das Implantat wird von der Kapsel so extrem zusammengepresst, dass umfangreiche Deformitäten sichtbar werden und die Gefahr des Platzens des Implantates bestehen kann
     

Neben den medizinischen Risiken besteht bei einer Brustvergrößerung auch das Risiko eines ästhetisch nicht zufriedenstellenden Ergebnisses. Das kann z.B. eine deutliche Asymetrie sein, sichtbare Implantatränder, sichtbares Rippling (Faltenwurf der Implantate), gedrehte Implantate - vor allem bei anatomischen Implantaten, das sogenannte Bottoming Out (Abrutschen der Implantate) oder Double Bubble (Abrutschen des Eigengewebes).

Aktuell wird in verschiedenen Medien aufgrund von Meldungen des französischen Gesundheitsministeriums die Frage diskutiert, ob Brustimplantate Krebs verursachen können. Mehr dazu kann man hier nachlesen: combeauty News: Krebs durch Brustimplantate?

Welche Risiken es bei der geplanten Operation gibt und was der Operateur und die Patientin dafür tun können, um die Risiken einer operativen Brustvergrößerung soweit wie möglich zu reduzieren, sollte genau wie die infrage kommenden OP-Techniken ausführlich in einem persönlichen Beratungsgespräch mit dem Chirurgen besprochen werden.

Nach einer Brustvergrößerung sollte man eine Arbeitsunfähigkeit von ca 1-2 Wochen einplanen. Aber auch in den folgenden Wochen ist noch mit gewissen Einschränkungen bei körperlichen Belastungen und Anstrengungen zu rechnen.

Die Nachbehandlung nach einer Brustvergrößerung erfolgt abhängig von den Empfehlungen des Arztes individuell unterschiedlich. Oft wird in den ersten Tagen nach der Operation ein Verband angelegt und/oder das Tragen eines sogenannten Stuttgarter Gürtels vorgeschrieben. Fäden oder Faden-Enden werden ca 7-10 Tage nach der Operation entfernt.

Auf Sauna-Besuche und zu starke Hitzeeinstrahlung sollte bis zum Abklingen der Schwellungen mindestens 6 Wochen nach der Operation verzichtet werden. Solarium bzw direkte Sonnen-Einstrahlung sollte bis zur kompletten Abheilung der Narben vermieden werden.

Nach dem Abklingen der größten Schwellungen kann das Ergebnis einer Brustvergrößerung meistens schon recht gut eingeschätzt werden. Bis das endgültige Ergebnis erreicht ist, kann aber noch ein Zeitraum von bis zu einem Jahr vergehen.

Die Kosten einer Brustvergrößerung sind abhängig von den Kosten für die verwendeten Brustimplantate, von den Klinik- und den Narkose-Kosten, von dem OP-Aufwand und dem Aufwand für Beratung und Nachsorge, von der Kulanz bei eventuellen Komplikationen und von vielen anderen Kriterien wie z.B. auch Ausbildung und Erfahrungen eines Arztes abhängig.

Deshalb ist die Bandbreite für mögliche Preise einer Brustvergrößerung sehr groß und kann von knapp 3.000 Euro bis über 10.000 Euro und mehr gehen.  Im Schnitt sollte man von Kosten zwischen 5.000 bis 7.000 Euro ausgehen.

Eine Krankenkassen-Übernahme der Kosten für eine Brustvergrößerung ist in der Regel nicht möglich, da eine Brustvergrößerung meistens aus ästhetischen Gründen und nicht aufgrund einer medizinischen Indikation durchgeführt wird.

Seht dazu bitte hier: combeauty Wissen Brustimplantate

Hier findet Ihr von combeauty Experten ausgewählte Videos zum Thema Brustvergrößerung: combeauty Videos Brustvergrößerung

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