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Kaffeefluesterer
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Fettabsaugung bei Fr. Dr. Singerova, Asklepion Klinik Prag

Auswahl der Klinik
Mein erster Weg führte mich nach einer Internetrecherche zur Medical Well Clinic in Dresden. Ich war sehr zufrieden mit der ganzen Absprache und hatte auch schon zwei Beratungsgespräche. Letztendlich war der Preis ausschlaggebend, der mich weiter suchen ließ. Ich wurde fündig bei der Agentur Medical Aesthetic, die Operationen in der Asklepion Klinik in Prag vermittelte. Der Kontakt wurde im Oktober hergestellt, ich bekam recht schnell meinen Wunschtermin im Februar. Alle Rezensionen, die ich über Frau Dr. Singerova im Netz lesen konnte, waren positiv. Eine renommierte Operateurin mit genügend Erfahrung, sowohl in Prag als auch in London, jetzt tätig in Karlsbad und Prag. Mit 2600 Euro sind die Kosten 1000 Euro günstiger als in Deutschland! Ein schlagkräftiges Argument.

Vorgespräch: 13. Februar 2018
Mein Mann hat mich am 13. Februar nach Prag begleitet. Ich hatte um 10 Uhr in der Klinik das Vorgespräch bei der Internistin inkl. Blutbild, EKG und ausführlichem Gespräch. Obwohl die Ärzte und viele Schwestern auch deutsch gesprochen haben, war die gesamte Zeit die Dolmetscherin Frau Seidlova an meiner Seite. 15 Uhr hatte ich den Termin bei Frau Dr. Singerova. Sie hat alle Details mit mir für den nächsten Tag besprochen und knipste ihre Bilder für den Vorher-Nachher-Vergleich. Sie empfahl mir die Bodytite-Methode (Radiofrequenz), die gleichzeitig für eine Hautstraffung sorgt, aber auch 400 Euro mehr kostet. Ich bin knapp 50 und denke, das war für den Zustand der Haut und den Eingriff eine sehr gute Entscheidung.
Mein Mann und ich, wir haben den restlichen Tag in der Stadt verbracht. Unser Hotel war nur 3 Gehminuten von der Klinik entfernt.

Tag der OP: 14. Februar 2018
Ich sollte 10 Uhr nüchtern in der Klinik erscheinen. Dort bezog ich mein Zimmer, erhielt das OP-Hemdchen und die Schwester wählte mit mir die Kompressionshose aus. Dann erhielt ich die LMAA-Tablette. Die Narkoseärztin kam zu mir, hat noch letzte Fragen gestellt (Verträglichkeit der Narkose usw.) und sich vergewissert, dass es mir gut geht. Frau Dr. Singerova kam in mein Zimmer und zeichnete die abzusaugenden Stellen an. Schließlich bekam ich noch Formulare zu unterschreiben (OP-Vertrag und Einverständnis). Meine liebe Bettnachbarin wurde ins Zimmer geschoben, frisch von der Bauchdeckenstraffung.
10 vor 11 wurde ich mit meinem Bett Richtung OP-Saal gefahren. Eine der OP-Schwestern half mir auf den OP-Tisch, legte rechts den Blutdruckmesser an und auf der linken Hand den Venenzugang. Die Narkoseärztin hielt mir eine Atemmaske vors Gesicht und meinte, dies wäre nur Sauerstoff. Sie streichelte mich und meinte, jetzt wird das Narkosemittel gespritzt, mir wird sicherlich gleich schwindelig werden. Ich glaube, es hat keine 10 Sekunden gedauert, dann war ich weg. Das war 3 vor 11 – die Uhr hatte ich genau im Blick.
Aufgewacht bin ich (ich glaube) gegen viertel 12 in meinem Zimmer. Die Kompressionshose wurde schon im OP-Saal angezogen.
Operiert wurden die Oberschenkel innen, Knie innen und oberhalb, Reiterhosen und die Oberschenkel unterhalb des Pos. Gesamtmenge der Absaugung 1300 ml.
Gegen 4 kam mein Mann mit Rosen … wie süß! (Aber wer verbringt schon den Valentinstag in der Schönheitsklinik?!)
Den restlichen Tag bekam ich zweimal Antibiotika und Schmerzmittel über den Tropf verabreicht. Ich durfte nur Wasser trinken und am Abend einen Trinkjoghurt. Wie mein Nickname schon sagt, bin ich ziemlich koffeinsüchtig. Ohne Kaffee bekomme ich Migräne. Das Mittel aus dem Tropf hat da natürlich nicht gereicht, sodass die Schwester mir eine Spritze mit stärkerem Mittel in den Oberarm gespritzt hat.
Abends war mein OP-Hemdchen in Hüfthöhe ziemlich rot gefärbt, woraufhin ich ein neues erhielt. Das war wohl die Flüssigkeit, die üblicherweise austritt. Der Gang aufs Klo war etwas watschelig, wie ein Pinguin vermutlich.
Meine Bettnachbarin und ich, wir konnten beide nicht schlafen und haben ferngesehen und uns trotz Schlafmittel noch ewig unterhalten. Die Klinik hat WLAN, sodass auch der Kontakt zur Außenwelt hergestellt war.

1. Tag nach der OP
Um 12 wollte Frau Dr. Singerova eine Visite machen. Aber da es mir gut ging, bat ich um eine frühere Entlassung. Ich wollte um 10 abreisen. Die Möglichkeit hatte ich schon am Vortag erfragt.
Ich erhielt schriftliche Anweisungen für die postoperative Phase, Schmerzmittel, Venentabletten, Antibiotika, weitere Pflaster und Desinfektionsspray.
Meine Heimreise dauerte 2,5 Stunden, wir wohnen ziemlich grenznah. Ich habe zu Hause voller Überschwang und ohne Probleme den Koffer ausgeräumt und Ordnung gemacht. Dies war wohl etwas unüberlegt, denn danach fingen die Beine an, anzuschwellen und zu schmerzen.

2./3. Tag nach der OP
Die Beine schwollen immer mehr an. Mittlerweile war alles komplett dunkelblau – ein entsetzlicher Anblick. Ich habe zwar zwischendurch etwas saubermachen können, aber größtenteils nur gelegen.

4.-8. Tag nach der OP
Dass ich schmerzfrei war – auch mit den Medikamenten, kann ich nicht behaupten. Mir ist unverständlich, wie manche Leute schreiben, dass sie schon wenige Tage nach dem Eingriff wieder arbeiten gehen konnten. Ich habe so schwere und dicke Beine, dass ich den Eindruck habe, ich kann weder gerade stehen noch normal laufen.
Ab dem 5. Tag durfte ich duschen, sollte danach alles wieder sterilisieren und verpflastern. Ich habe mich ab diesem Tag zu kleinen Wald-Spaziergängen aufgerafft, immer in der Hoffnung, keinen Menschen zu treffen. Habe mich gesteigert von 15 bis (heute) 30 Minuten.
Gestern, am 7. Tag, hatte ich eine richtige Depri-Phase. Ich hätte dauernd heulen können. Das war der Tag mit der größten Schwellung. Die blauen Flecke ändern langsam ihre Farbe ins Lila und teilweise schon ins Gelbliche. Wow, was für ein Fortschritt.
Ich befolge die Ratschläge, die Beine 2x täglich 20 Minuten zu massieren und 3x täglich Hepatromb-Salbe aufzutragen. Schmerzmittel nehme ich nicht mehr, obwohl alles noch wehtut und druckempfindlich ist. Gerade bei den Massagen stört mich das entsetzlich. Ich finde das regelrecht widerlich, diese blauen Elefantenbeine zu massieren. Bäh.
Bin gespannt, wie sich alles weiterentwickelt. Ab Montag (12. Tag post-OP) muss ich wieder auf Arbeit. Ich hoffe, man sieht mir meinen Watschelgang nicht allzu sehr an. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Evie
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Liebe Kaffefluesterer,

was für ein toller ausführlicher Bericht zur Fettabsaugung mit der Bodytite-Methode von dir!. Danke!

Das Drumrum deiner OP war gut organisiert. Ist finde es auch wichtig, dass eine Dolmetscherin dabei war. Gerade was den Eingriff direkt betrifft, aber auch die Nachsorge sollte richtig verstanden werden und auch die Möglichkeit bestehen, Fragen stellen zu können.

Die Schmerzempfindlichkeit ist bei jedem unterschiedlich. Mein Schmerzempfinden würde ich ich eher wie einen starken Muskelkater beschreiben.

Allerdings hatte ich eine andere Methode der Fettabsaugung als du. Es könnte gut sein, dass bei dir noch mehr Flüssigkeit vom Körper abtransportiert werden muss und dadurch auch noch die Schwellungen stärker sind.

Nach 4-6 Wochen zeichnet sich eine Vorstellung vom Ergebnis ab, nach 6 Monaten wird sich nicht mehr allzu viel verändern.

Das Zauberwort heisst leider Geduld Sad
Also nicht verzweifeln, die doofen Schwellungen werden noch verschwinden, die Flecken werden immer gelblicher und heller und dann kannst du dich im Sommer über ein tolles Ergebnis freuen. Laughing out loud

Wie lief es denn heute bei der Arbeit?

Kaffeefluesterer
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Danke für deine Rückmedung.

Selbst meint man vermutlich, durch die Gegend zu eiern statt zu laufen. Aber ich glaube, das hat keiner gemerkt. Es war besser als erwartet. (War ja klar, ich alter Schwarzmaler.)

Die Schmerzen haben - wie erwartet - nachgelassen, bereits seit Samstag (dem 10. Tag nach der OP), die Schwellungen gingen leicht zurück.

Sause
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Hallo Kaffeefluesterer,

ich hatte zwar keine Fettabsaugung, fand deinen Bericht aber sehr informativ und möchte mich dafür bedanken.

Schön, dass deine Schwellungen langsam nachlassen. Ob Fettabsaugung oder Brustvergrößerung: der Heilungsprozess, die Schwellungen, die Ungeduld begleiten uns leider erst einmal kurz nach der OP. Im Nachhinein sind diese Strapazen schnell wieder vergessen und Freude und verbessertes Lebensgefühl kehren ein. Laughing out loud

Kaffeefluesterer
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Ja, da hast du sicher Recht. Smile

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