Sustainable Cosmetics Summit 2015
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Sustainable Cosmetics Summit 2015: "Grüne" Inhaltsstoffe & ihre Herausforderungen

Ursprünglich wurden grüne Inhaltsstoffe entwickelt, um solche zu ersetzen, die in Verbindung mit Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht wurden – wie beispielsweise künstliche Konservierungsstoffe. Bei den neuen grünen Inhaltsstoffen stehen jedoch ökologische Auswirkungen im Mittelpunkt.

Ein Beispiel ist die wachsende Anzahl an Inhaltsstoffen aus Squalan, welche solche mit Squalen (Haifischleberöl) ersetzen sollen. Da viele Haifischarten inzwischen vom Aussterben bedroht sind, üben NGOs wachsenden Druck auf Kosmetikunternehmen aus, Squalan aus nachhaltigen Quellen anstatt Squalen einzusetzen. Dies ist jedoch mit höheren Kosten und teilweise schwierigerer, wenn nicht für manche Unternehmen beinahe unmöglicher Beschaffung verbunden. Auch gibt es Bedenken, auf Haifischleberöl basierendes Squalan könne einfach als nachhaltiges Squalan vermarktet werden.

Neue Vorschriften ermutigen Unternehmen ebenso, grüne Chemie einzusetzen. In manchen US-amerikanischen Staaten gibt es bereits neue Gesetzgebungen, welche die Herstellung und den Verkauf von Pflegeprodukten mit Mikroplastik verbieten, da diese die Ökosysteme der Meere belasten. Grüne Alternativen werden derzeit u.a. aus Mais, Jojoba und natürlichen Mineralien entwickelt.

Nicht alle dieser grünen Inhaltsstoffe werden jedoch von offiziellen Stellen akzeptiert – aus Sorge um gentechnisch veränderte Organismen. Wie schon in der Nahrungsmittelindustrie ist es wichtig, die einzelnen Inhaltsstoffe bis zu ihrem Ursprung nachverfolgen zu können – wird dies nicht erfüllt, können auch eigentlich grüne Inhaltsstoffe den Richtlinien für natürliche und Biokosmetik nicht entsprechen.

Dabei spielt es eine nicht unwichtige Rolle, welches Bild Verbraucher von den Inhaltsstoffen haben. 2014 ergab eine von Organic Monitor durchgeführte Studie, dass Käufer natürlicher und biokosmetischer Produkte von synthetischen Chemikalien am häufigsten Parabene zu vermeiden suchen. Organic Monitor plant, im Rahmen eines Workshops zu zeigen, dass es bislang jedoch keinen wirklichen Ersatz für Parabene in kosmetischen Formulierungen gibt.

In den vergangenen Jahren wurde das Angebot grüner Inhaltsstoffe stetig erweitert. Ein Grund für das vermehrte Einsetzen waren sicherlich die hohen Ölpreise, die in den vergangenen Monaten jedoch drastisch gefallen sind. Dadurch entstand eine große Differenz zwischen synthetischen und erneuerbaren Inhaltsstoffen. In jedem Fall sind grüne Inhaltsstoffe sind ein wichtiges Thema des kommenden Sustainable Cosmetics Summit. Auf der dreitägigen Veranstaltung wird es u.a. um Mikroplastikkügelchen, Squalen, Parabene und synthetische Tenside gehen.

Über den Sustainable Cosmetics Summit:

Mit dem von Organic Monitor organisierten Sustainable Cosmetics Summit sollen Firmen aus der Kosmetikindustrie und verwandten Branchen zur Nachhaltigkeit ermutigt werden. Ihnen soll eine Plattform gegeben werden, wichtige Themen zu diskutieren. Der diesjährige Summit findet vom 14.-16. Mai 2015 im Marriott New York Downtown statt. Mehr Informationen gibt es unter www.sustainablecosmeticssummit.com.
 
Über Organic Monitor:

Organic Motor mit Sitz in London ist auf Marktforschung, Consulting und Training insbesondere für die Kosmetikindustrie und ähnliche Branchen spezialisiert. Ihr Angebot umfasst Marktforschungspublikationen, Business & Technical Consulting, Seminare und Workshops sowie Kongresse zum Thema Nachhaltigkeit.

Bild & Text: beautypress