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Lou
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Schweissdrüsenabsaugung oder Botox - was ist besser bei Hyperhidrose?

Liebe Experten,

ich habe mal eine Frage, die nicht für mich ist, sondern für eine Freundin. Oder besser gesagt für den Sohn einer Freundin. Der Sohn leidet unter Hyperhidrose mit starkem Achselschweiss. Und meine Freundin möchte ihm nun helfen, dass er etwas dagegen unternimmt. Zur Auswahl stehen entweder regelmäßige Botox-Injektionen oder eine Schweissdrüsenabsaugung. Können Sie sagen, welche der beiden Methoden besser geeignet ist, mit möglichst wenig Risiko und möglichst sicherer Wirkung?

Einen schönen Abend wünscht Ihnen Lou

Pullmann
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Liebe Lou,

hierzu gibt es aus Berlin eine Studie von 88 Patienten, von denen 47 Patienten eine Absaugung mit Kürettage mit Zerstörung der Schweißdrüsen erfolgte und bei 41 Patienten eine Botox Behandlung, welche temporär die cholinerge Übertragung hemmt und damit das Schwitzen ausschaltet.

http://link.springer.com/article/10.1007/s00104-006-1288-y

Dabei zeigt sich in dieser Studie wie bei meinen Patienten, dass man mit beiden Verfahren eine deutliche Verbesserung gegen das Schwitzen erreichen kann.
Meine Patienten sind mit dem jeweiligen Verfahren sehr zufrieden, wobei ich immer erkläre, dass man mit der operativen Variante eine Normalisierung des Schwitzens erreichen kann. Mit Botox ist der Effekt des Nicht-Schwitzens nochmal deutlicher.

Botox Behandlungen im axillären Bereich müssen meist 2 mal im Jahr durchgeführt werden, ist simpel und mit wenig Risiko.
Die Fettabsaugung mit Kürettage muß nur einmalig durchgeführt werden, birgt aber allgemeine Risiken einer Operation wie Infektion, Wundheilungsstörung, Nachblutung, Bluterguss, Hautnekrose, Gefühlsstörung, Verletzung von Nerv, Gefäß, Nachkorrektur usw. - ist aber in der geübten Hand auch ein komplikationsarme Operation.

Hier kann ich Ihnen eine persönliche Beratung bei einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie nur empfehlen, damit dieser mit Ihnen zusammen die Möglichkeiten und auch Risiken bespricht.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Wochenanfang

Dr. Pullmann

Dr. Steinmetz
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Liebe Lou,

Den Ausführungen meines Kollegen Dr. Pullmann kann ich mich voll und ganz anschliessen, meine Erfahrungen sehen praktisch genau so aus.

Ich möchte allerdings noch ergänzen, dass es auch bei der Kürettage / Absaugung der Axilla langfristig Rezidive geben kann. Abhängig von genauem Vorgehen und Methode werden über einen 3-Jahres Zeitraum zum Teil Rezidiv-Raten von bis zu 30% berichtet.

Bei meinen eigenen Patienten habe ich bisher über einen 5-Jahreszeitraum hinweg immerhin auch rund 15% Patienten, die angaben, dass sie nach einer Phase, in der sie es als optimal empfanden, wieder vermehrt schwitzen würden, wenn auch nicht mehr so stark, wie vor der OP.

Für viele Patienten ist dieser Umstand ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung zwischen OP und Botulinumtoxin-Behandlung. Denn auch mit der OP kann niemand garantieren, dass das Problem dauerhaft weg bleibt.

Beste Grüsse

Dr. Wolf-Gunter Steinmetz

Viele Grüsse
Dr. Wolf-Gunter Steinmetz
www.aesthetik-am-ringpark.de

Lou
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Lieber Dr. Pullmann, lieber Dr. Steinmetz,

vielen Dank für Ihre wirklich sehr hilfreichen Antworten. Ich gebe das so an meine Freundin weiter, fand Ihre Antworten aber für mich selber auch sehr interessant.

Einen schönen Abend wünscht Ihnen
Lou

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