5 Einträge / 0 Neu
esined
Bild des Benutzers esined

Stillen

Hallo,

bis zum heutigen Tag habe ich geglaubt, dass etwas mit mir nicht stimmt. Selbst beim vierten Kind bin ich nicht in der Lage mein Kind voll zu stillen. Jetzt weiß ich, dass es mit meiner Brustfehlbildung zusammenhängt, da nicht genügend Milchdrüsen zur Verfügung stehen. Hat jemand anderes ähnliche Erfahrungen?

Viele Grüße,
Denise

Sause
Bild des Benutzers Sause

Hallo Denise,

Erfahrungen habe ich selbst keine gemacht. Ich hatte so wenig und leicht tubuläre Brust, dass ich gedacht habe, ich könne damit niemals stillen, was natürlich Quatsch ist. Hat dein Frauenarzt dir gesagt, dass du nicht genügend Milchdrüsen hast?

Wie muss ich mir das vorstellen, kommt durch die verringerte Anzahl an Milchdrüsen zu wenig Milch , um das Kind vollständig zu sättigen?

Das ist sehr schade, wenn man gerne voll Stillen würde, aber Gott sei Dank, gibt es inzwischen gute Produkte, um das Stillen entweder komplett zu ersetzten oder dazu zu geben.

Aber es ist bestimmt hilfreich, wenn man weiß, woran es liegt und man nicht vergeblich nach einer Lösung suchen muss, irgendetwas anders zu machen.

esined
Bild des Benutzers esined

Hallo Sause,

eigentlich war das bei mir so: man bekommt sein erstes Kind, im Krankenhaus ist es den Schwestern das wichtigste Anliegen dir zu helfen, dass Du Dein Kind stillen kannst. Bei mir gab es einen ganz kleinen Milcheinschuss - ein paar Verhärtungen zu spüren, aber eine größere BH-Größe als A war nicht nötig; jede Schwester die neu zu ihrem Dienst kam wollte Dir wieder zeigen, wie Du Dein Kind besser anlegen kannst. Du solltest am Still-Cafe teilnehmen (wo ich meine Brüste eigentlich sicher niemandem zeigen möchte) um dich mit anderen Müttern auszutauschen, wenn das Baby nicht zunimmt, kommt zusätzlich die Pumpe zum Einsatz und Du fühlst Dich nur noch wie eine Kuh, zwischen stillen und pumpen und dann heißt es du musst mehr trinken und dann kommt wieder eine andere Schwester die noch einen zusätzlichen Kurs besucht hat und dir noch Brustmassagen zeigt und beäugt wie du dein Kind hältst und hier was korrigiert und da noch was anderes sagt und jede sagt was anderes - am Schluss hatte ich jedenfalls mit einer Michmenge von 20ml insgesamt auf beiden Seiten zusammen nicht das Ziel der Schwestern erreicht, wurde eingewiesen wie ich zufüttern soll bis genug Milch fließt und sollte daheim schön weiter mit der Pumpe stimulieren. Ich hatte das Gefühl komplett zu versagen. Jeder den ich traf fragte als erstes ob ich mein Baby stille und ich fühlte mich einfach miserabel. Im Brief vom Krankenhaus an die Hebamme las ich zum ersten Mal, dass ich "tubuläre" Brüste hätte, konnte damit aber nicht viel anfangen. Meine Hebamme unterstützte mich dann darin, das Pumpen daheim aufzuhören (ich hab nichts anderes mehr tun können und die Nerven lagen blank) und einfach meinem Kind die paar Tropfen Milch zu schenken, die ich hatte, das kuscheln mit dem Kleinen zu genießen und dann einfach ein komplettes Fläschchen nachzufüttern. Beim zweiten Kind wollte ich dann (wieder im selben Krankenhaus) schneller zufüttern, die Schwestern konnten das überhaupt nicht verstehen und wollten mir dann wieder mit hunderten gut gemeinten Tipps zeigen, dass ich, wenn ich die richtige Technik verwende sicherlich mein Kind stillen könnte. Zuhause habe ich wieder mein Ding durchgezogen, aber dieses Baby wollte keine kleine Vorspeise von mir und so war das Stillen nach 4 Wochen vorbei - sie hat an der Brust nur geschrien. Kind Nummer drei wurde geboren und ich sagte den Schwestern, das ich nicht genug Milch hätte und bitte ein Fläschchen möchte zum Zufüttern. Das hat ihnen gar nicht gefallen, sie wollten mir dann die Tablette zum Abstille bringen, wenn ich mein Baby nicht stillen wollte. Jetzt bei Kind Nummer vier wollte ich das alles nicht - keine Rechtfertigungen, keine Ratschläge mehr, keine 15 verschiedene Krankenschwestern, die mir auf meine kaum vorhandenen Brüste glotzen, um den Fehler zu finden. Meine kleine Tochter ist diesmal daheim geboren und ich konnte alles so machen wie ich es wollte. Die Kinderärztin meinte zwar mit genügend Trinken und Schlaf würde sich alles fügen (und schon wieder hatte ich Schuldgefühle). Immer noch scheint jedoch die wichtigste Frage im Leben eines Säuglings zu sein, ob es mit dem Stillen klappt. Ich sag nur noch ja und füttere meinem Kind hinterher, mit einem immer noch etwas schlechten Gewissen, sein Fläschchen.
Letzte Woche habe ich im Internet gelesen, dass bei Frauen mit tubulären Brüsten oft Drüsengewebe fehlt und dann beim Stillen die paar Tropfen die halt kommen schon kostbar und toll sind.
Da frage ich mich halt, warum hat mir nie jemand gesagt, das ich tubuläre Brüste habe (hatte ich ja nur heimlich im Brief gelesen)und was das für`s Stillen bedeuten kann. Inzwischen haben doch so viele Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen ... meine verkümmerten Brüste gesehen und doch heißt es immer nur : auch Frauen mit kleinen Brüsten können stillen! Ich hatte immer das Gefühl, ich bin falsch, mit mir stimmt was nicht, ich mach das nicht richtig.
Mit dem Wissen hätte ich mich wahrscheinlich gefreut, dass es überhaupt ein ganz kleines bisschen klappt!
Dann hätte ich gewußt, dass die paar Drüsen, die ich anscheinend nur besitze, super funktionieren und ihr bestes geben und einfach nicht mehr möglich ist.

Viele Grüße
vielleicht hilft es ja der einen oder anderen Mama
(vielleicht auch denen, bei denen das Stillen gut funktionierte - fragt nicht immer alle, ob das Stillen gut klappt! Fragt lieber ob es dem Baby gut geht und ob es zufrieden ist - auch ein Flaschen-Baby ist glücklich!)

Sause
Bild des Benutzers Sause

Hallo Denise,

oh jeee, du hast ja ganz schön was durch gemacht. Ich finde es toll, dass du deine Erlebnisse rund ums Stillen mit deinen vier Kindern so ausführlich geschildert hast. Es gibt ganz bestimmt viele Frauen, die ähnliches erleben und denen deine Erfahrungen helfen.
Es ist zwar schön, wenn es mit dem Stillen klappt, aber eben auch längst nicht selbstverständlich. Viele Frauen haben aus unterschiedlichen Gründen Probleme dabei.

Dass dir keiner gesagt hat, dass es mit deiner tubulären Brust zusammenhängen kann, finde ich nicht in Ordnung. Es hätte dir viel früher den Druck nehmen können.

Ich habe ein Jahr gestillt, aber nicht voll! Nach 3 Monaten habe ich dazu gefüttert. Habe ich persönlich dadurch eine andere Verbindung zu meinem Kind? Ich denke nicht. Meinem Kind ging es in erster Linie darum, seinen Hunger zu stillen (meine Meinung) und das geht hervorragend mit einem Fläschchen UND körperlicher Nähe. Die besondere Bindung durch das Stillen habe ich nie empfunden. Aber das sehen andere Mütter mit Sicherheit anders und wahrscheinlich sind die Empfindungen da ganz individuell unterschiedlich.

Hast du vor, deine Brust operieren zu lassen?

esined
Bild des Benutzers esined

Ich würde es sehr gerne machen, aber ich weiß nicht ob ich mutig genug bin und stark genug mich mit der Krankenkasse herumzuärgern. Ich leide schon arg darunter und schäme mich sehr für meine Brüste. Auch die Kleidung passt halt nie richtig. Jetzt trage ich halt softcup-BHs, die aber quasi nur mit Brustwarze und etwas Brustansatz gefüllt sind (Also eigentlich fast leer).
In meinen Teenagerjahren hat mal ein älterer Bekannter zu meiner Mutter gesagt ich sähe aus wie ein Brett mit Noppen. Das prägt schon arg! Jetzt bin ich Ende dreißig und ich denke in ein paar Jahren - wenn die Kleinste mich nicht mehr als Klettergerüst benutzt (ich stelle mir das nämlich ziemlich berührungsempfindlich vor), dann würde ich es gerne noch durchziehen - ich will gar nichts Spektakuläres - einfach nur zwei "normale" Brüste, die auch aussehen wie Brüste.

Einloggen oder Registrieren um Beiträge zu schreiben